Dienstag, 9. Oktober 2007

Die Gelben Berge 1. Tag

In der Nacht von Dienstag auf Mittwoch ging es mit dem Zug nach Tunxi, der Hauptausgangspunkt für einen Besuch der gelben Berge. Dort angekommen holte uns ein Wagen des gemieteten Hostels ab - und zwar um halb 6 morgens. Wenig später nur waren wir bereits am Startpunkt zum Aufstieg angekommen, welchen wir in guten 2 Stunden meisterten. Diese 2 Stunden bestanden allerdings aus einer endlosen Anzahl an Treppenstufen immer bergaufwärts. Oben angekommen waren wir wirklich stolz nicht wie viele andere die Gondel genommen zu haben. Wegen der Feiertage herrschte auf dem Gipfel ein reges Treiben von unzähligen Touristen (die meisten per Gondel oben), welche alle scheinbar noch nie Berge gesehen hatten und somit jeden Punkt fotographieren mussten.
Im Gipfelgebiet kann man verschiedene besondere Stellen anlaufen, welche gute Aussicht über das Gelände bieten. Es haben sich dort oben auch mehrere Hotels niedergelassen, in denen wir auch versucht haben ein Zimmer zu kriegen, aber während der Feiertage hat man da keine Chance. Hintergrund ist der tolle Sonnenaufgang, den man vom Gipfel aus beobachten kann. Da dieser aber um ca. 5 Uhr morgens war, hatten wir ohne Hotelzimmer keine Möglichkeit das zu erleben. Wäre übrigens auch deutlich teurer gewesen, also nicht so schlimm...

Nachdem wir genügend Aussichtspunkte abgelaufen waren wollten wir eigentlich über die westliche Seite (wir waren über die östliche hoch gekommen) absteigen. Dort sollte die Aussicht auch nochmal grandios sein, allerdings sollte der Abstieg auch fast 6 Stunden dauern. Leider haben wir auf dem Weg dorthin irgendwo eine falsche Abzweigung genommen, die uns einen sehr weiten, aber auch sehr schönen Umweg bereitet hat. Den gesamten Nachmittag liefen wir über diesen Umweg Treppen hoch und runter. Jeder Abstieg wurde verflucht, weil klar war, dass früher oder später wieder hoch gelaufen werden musste. Nichts desto trotz war die Gegend durch die wir gelaufen sind einfach fantastisch und insgesamt war dieser Umweg nicht mal schlimm. Ich bezweifel, dass der direkte Abstieg schöner gewesen wäre. Da es aber, als wir wieder einen bekannten Punkt erreichten, schon recht spät war und wir Angst hatten keinen Bus mehr zu kriegen, blieb uns für den Weg nach unten nur die Gondel übrig. Die 2 Stunden Wartezeit waren leider nicht so recht mit eingeplant, aber irgendwie hatten nicht nur wir die Idee runter zu fahren.
An der Stelle muss ich auch einfach mal eine Unsitte in China ansprechen. Leider gibt es neben den ganzen wirklich netten Leuten hier, die normal in der Warteschlange anstehen, immer wieder einen kleinen Teil an Spinnern, die denken sie wären so viel wichtiger als alle anderen. Die gibts auch nicht nur bei Touristengegenden, sondern auch in der U-Bahn, am Bahnhof, im Kaufhaus, im Straßenverkehr und einfach überall, wo man anstehen kann. Ohne jegliche Rücksicht drängeln sich diese Leute überall vorbei, wo nur möglich, ganz als ob alle andern Leute nur zu dumm wären selber nach vorne zu drängen. Das resultiert normalerweise dann in einem schrecklichen Geschiebe und in unzivilisiertem Drängeln. Um das ganz klar zu sagen: Ich hasse es. Man mag meinen so was gäbe es in Deutschland auch, aber hier ist es echt um einiges extremer, glaubt es mir. Ich hab irgendwann begonnen mir einen Spass draus zu machen mich so breit wie möglich hin zu stellen und sämtliche Drängler abzublocken. Nen Ausländer sprechen die nämlich nur selten an und bleiben dann doch lieber dahinter stehen ;)
Das nächste nervige Ereignis folgte direkt bei der Busfahrt zurück, als uns der Bus irgendwo falsch absetzte und wir uns ein Taxi besorgen mussten (gar nicht so leicht dort zur Rush-Hour). Am Abend waren wir einfach nur fertig vom auf und ab, vom Drängler ärgern und von der Zugfahrt in der Nacht zuvor, so dass wir einfach nur von der Dusche ins Bett gefallen sind.

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