Nach einer kleinen Sendepause gibt es mal wieder neues zu berichten aus dem Reich der Mitte. Leider hab ich erst heute wieder Zugang zum Internet und somit kommt das ganze etwas verzögert. An meinem zweiten Tag in Shanghai gabs leider hauptsächlich Regenwolken zu sehen, worauf ich Kleidungstechnisch nicht so gut vorbereitet war. Daher bin ich dann relativ früh mit dem Taxi zum Bahnhof gefahren und hatte mein erstes positives Erlebnis mit der chinesischen Sprache: Der Taxifahrer hat mich direkt beim ersten Versuch verstanden.
Warum das so toll für mich ist bedarf eines kleinen Exkurses zurück zu meinem ersten Chinaaufenthalt im Sommer 2005. Meine Freundin (welche damals schon ein halbes Jahr in China war und vorher 2 Jahre Chinesisch an der Uni gelernt hatte) hat nämlich damals das Wort für Bahnhof ca. 3 Minuten immer wieder wiederholen müssen, bis unser damaliger Taxifahrer es verstanden hatte und es meiner Meinung nach dann genauso wiederholt hat wie meine arme Freundin vorher schon gefühlte 500 mal. Meine Vermutung geht allerdings dahin, dass sich im Gegensatz zu damals die Interpretationsfähigkeit von Taxifahrern im Bezug auf schlecht gesprochene Bruchstücke von etwas was Mandarin Chinesisch darstellen soll einfach verbessert hat und dieses Erlebnis also nicht darauf hindeutet, dass ich Talent für die chinesische Sprache hätte.
Mit dem Zug ging es dann weiter nach Nanjing. Auch hier hat sich einiges getan: Es dauerte nicht wie damals mehr als 4 Stunden, sondern nur 2,5, und der Zug war auch von der Innenausstattung her deutlich ansprechender. Der Bahnhof in Nanjing hat sich mittlerweile auch von einer riesigen Baustelle zu einem durchaus modernen Bahnhof entwickelt.
Der Taxifahrer in Nanjing, welcher mich dann einfach zur Southeast University fahren sollte, hatte dann deutlich mehr Probleme mich zu verstehen, als der in Shanghai, aber da ich mir ja die Zeichen für die Uni vorher auf ein Blatt Papier habe aufschreiben lassen war das auch kein Problem. An der Uni angekommen musste ich dann feststellen, dass ich viel zu schnell auf meiner Reise war und 2,5 Stunden zu früh an meinem Treffpunkt mit Mr. Wei, welcher mich für die ersten Tage betreuen sollte. Die Zeit hab ich dann einfach mal genutzt um mich schon etwas in Nanjing umzusehen und das Gelände um die Uni herum zu erkunden.
Mit Wei zusammen ging es dann zunächst mal darum ein Handy für mich zu besorgen, damit ich ihn jederzeit erreichen konnte wenns irgendwelche Probleme gab. Das System hier scheint sehr einfach zu sein. Man geht zu einem China Mobile Laden und kriegt da für 110 Yuan (=11Euro) eine Simkarte mit 100 Yuan Guthaben drauf. Die restlichen 10 Yuan sind Pfand für die Karte. Die Tarife für ein normales Gespräch liegen dann bei 0,2 Yuan die Minute – ein Traum für alle Vieltelefonierer. Leider funktionierte die Simkarte nicht mit meinem Handy, aber im nächsten Laden gabs ja dann relativ günstig eins zu kaufen.
Mit alledem ausgestattet gings dann weiter zu Daniels alter Wohnung, die ich für den kommenden Monat erstmal beziehen werde. Die Zimmernummer 1705 zeigt schon an, dass es ein etwas größeres Gebäude ist, denn die 17 steht tatsächlich für das 17. Stockwerk. Hier gabs für mich dann erstmal nur zwei Wünsche: eine Dusche und ein Bett. Da ich immer noch unter leichtem Jetlag leide bin ich natürlich mitten in der Nacht erstmal richtig schön aufgewacht und konnte nicht mehr schlafen. Hoffe mal der ändert sich die nächsten Tage.





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